Buchtipp: „Man redet immer zu viel“ Henri Cartier-Bresson

Henri Cartier-Bresson (1908-2004), der Meister des entscheidenden Augenblicks, hat ein gewaltiges photographisches Werk geschaffen, das stilprägend für die Moderne im 20. Jahrhundert wurde. Der Verlag Schirmer-Mosel hat nun ein Buch mit Interviews und Gesprächen mit Henri Cartier-Bresson veröffentlicht.

 

Wenn man sich mit Fotografie beschäftigt, flüstert man fast ehrfürchtig seinen Namen. Bis heute werden in Fotokursen die Bilder von Henri Cartier-Bresson gezeigt und analysiert. Er fotografierte stets mit einer Leica und maximal zwei Objektiven.

 

„…sie stellt buchstäblich die optische Verlängerung meines Auges dar…“

Henri Cartier-Bresson

Seine Bilder sind legendär – sei es die Aufnahme von Susan Sontag, Jean-Paul Sartre oder Simone de Beauvoir. Er gilt als der große Vorreiter der Straßenfotografie und war Mitbegründer der Bildagentur Magnum.

"Das Buch von Herrigel, das ich vor ein Jahren entdeckt habe, scheint mir die Grundlage unseres Photographenberufs zu sein" Henri Cartier-Bresson

„Das Buch von Herrigel, das ich vor ein Jahren entdeckt habe, scheint mir die Grundlage unseres Photographenberufs zu sein“ Henri Cartier-Bresson

Arthur Miller sagt über die Bilder von Henri Cartier-Bresson:

 „Der Augenblick, in dem Cartier-Bresson den Auslöser betätigt, ist der Moment, da Hoffnung und Verzweiflung aufeinandertreffen und eine die andere erhellt. Diesem Zusammenprall entspringt das Pathos seiner Bilder. Und was sich in diesem Moment instinktiv erkennen lässt, ist jener herrliche Glaube, der jeder Kunst irgendwo innewohnt.“

 

Fotografie in Worten

In dem gebundenen Buch „Man redet immer zu viel“  mit Lesebändchen sind zwölf große, zumeist schwer zugängliche Interviews aus knapp 50 Jahren zusammengeführt.

Mit Verve und Esprit, Temperament und Humor erzählt Cartier-Bresson von seiner Herkunft, prägenden Einflüssen durch Kubismus und Surrealismus, Lehrjahren im Film bei Jean Renoir, frühen Abenteuerreisen nach Afrika und Mexiko, seiner geliebten Leica-Kamera, Kriegsgefangenschaft und Résistance, der Gründung der Agentur Magnum, Reisen nach Indien, China, Kuba und in die Sowjetunion, Begegnungen mit Gandhi, Fidel Castro und dem Dalai Lama; er spricht über die Lust am Photographieren „auf leisen Sohlen“, Stil und Ethos, Intuition und Geometrie, Komposition und Bildausschnitt, seine Verehrung für die Malerei und die Hinwendung zur Zeichnung im Alter. Dabei rückt er so manche Legende um seine Person zurecht.

Fazit von wohlergehen:

Ein Muss für alle Freunde der Fotografie. Ein Genuss für Leser, die Freude daran haben, sich mit außergewöhnlichen Menschen auseinanderzusetzen.

 

Henri Cartier-Bresson „Man redet immer zu viel“

Gespräche über das Leben, die Kunst und die Photographie 1951-1998

216 Seiten,  ISBN 978-3-8296-0868-8, Ladenpreis € 24,80

Eugen Herrigel „ZEN in der Kunst des Bogenschießens“, € 14,99  www.ow-barth.de

 

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