Stress lass nach

Zukunftsängste, Orientierungslosigkeit und Überforderung belasten viele Menschen im Leben. Die Freude bleibt aus und der Alltag wird als unendliche Tretmühle empfunden. Sechs von zehn Deutschen fühlt sich laut einer Stress-Studie der TK beruflich oder privat gestresst.

Heike Kluska ist Bühnentänzerin, Tanzlehrerin, seit über zehn Jahren Coach zur Stressreduktion nach ITA®, Gruppenleiterin für Gesundheit und Bewegung® sowie Therapeutin für Integrale Tanz- und Ausdruckstherapie nach ITA® mit eigener Praxis in Oberhausen. Zugleich ist sie eine Wegbegleiterin, die mich in den tiefsten und dunkelsten Stunden begleitet hat. Gerade zu Zeiten von Corona, in dem das Leben von Unsicherheit geprägt ist, hat Heike viele Tipps den Alltag entspannt anzugehen.

Stress – was ist das?

Stress ist eine Anforderung von außen, der man sich physisch oder psychisch nicht gewachsen fühlt und die einen überfordert. Angst ist einer der Hauptauslöser von Stress. Ein zu hohes Arbeitspensum, Termindruck, Ärger mit Kollegen oder Führungskräften, familiäre Spannungen und ähnliches führen dazu, dass das Nervenkostüm überlastet ist und das sympathische Nervensystem reagiert. Der Körper wird in Alarmbereitschaft versetzt. Ursprünglich war dieser Zustand da, um z.B.  wilden Tieren zu entkommen oder bei Unfällen blitzschnell zu reagieren.
Heutzutage ist es eher der psychische Stress, vor dem wir nicht davonlaufen können. Fallen die Stressoren nicht weg, wird der Körper durch die ständige Aktivierung zu Höchstleistungen, die kein Ventil finden, überlastet.

Was sind Stresssymptome?

Aufgrund der Hormone, die im Hintergrund ausgeschüttet werden, können Sie nicht klar denken. Das Herz rast, Sie fühlen sich innerlich angetrieben, der ganze Kreislauf arbeitet auf Hochtouren. Der Atem ist flach, viele schwitzen, ohne sich bewegt zu haben. Manche vergessen, zu essen oder zu trinken, oder verschlingen ihre Nahrung hektisch. Die Muskeln sind angespannt. Wird nicht für Entspannung gesorgt, ist dieser Zustand auf die Dauer gesundheitsschädigend. Denn er schwächt das Immunsystem und kann zu Verspannungen, Kopfschmerzen, chronischer Müdigkeit, Depression, Burnout, Herz-Kreislauf-Problemen und Magen-Darm- Erkrankungen führen.

Den Atem beobachten ist ein Element in der Stresstherapie.

Den Atem beobachten ist ein Element in der Stresstherapie.

Wie kann man Stress abbauen?

In Stresssituationen ist es wichtig, kurz innezuhalten und zu beobachten: Wie tief geht der Atem, wie ist Ihre Haltung, was machen die Muskeln der verschiedenen Körperpartien und wie ist Ihre Auflagefläche auf dem Stuhl, wenn Sie sitzen? Ist der Kiefer oder der Nacken verspannt, rasen die Gedanken, welche Gefühle sind präsent und wie ist Ihr innerer Dialog? Nehmen Sie Abstand und beobachten Sie, ohne zu urteilen. Atmen Sie tiefer. Sie werden bemerken, dass allein dieses Innehalten und Beobachten zur ersten Entspannung führt. Das kann selbst im Beisein anderer passieren. Wechsel Sie öfter Ihre Sitz- oder Arbeitsposition, um dem körperlichen Bewegungsdrang nachzugeben.
Naturreine ätherische Öle wie Lavendel und Orange sollten Sie immer zur Hand haben, denn sie wirken innerhalb von drei Sekunden auf das limbische System im Gehirn, beruhigen und heben die Stimmung.

Wie können Sie als Coach gestressten Menschen helfen?

Mit meinen Klienten lote ich die momentanen Stressverursacher aus. Als integraler Coach bin ich geschult, auf den Körper zu achten, denn er gibt in einem Setting Hinweise zur Lösung. Ich führe den Klienten daran heran, seine Gefühle und körperlichen Reaktionen zu erforschen, um innere Bilder und Glaubenssätze aufzuspüren, die den Stress verursachen. Unter Anleitung bilden Sie aus sich heraus neue Bilder und Glaubenssätze, die Sie stärken. Diese werden dann durch eine beliebige Art des körperlichen oder künstlerischen Ausdrucks verankert. Am besten wirkt, was Sie aus sich heraus erarbeiten!

Heike Kluska ist seit über 10 Jahren Coach zur Stressreduktion.

c

Was können langfristige Strategien gegen Stress sein?

Regelmäßig und am besten täglich in die Natur rauszugehen ist für unseren Körper sehr wichtig. Der Mensch ist ein Teil der Natur. Er braucht sie für eine gesunde Lebensführung. Bewegen Sie sich entspannt durch z.B. Radeln, leichtes Laufen oder Yoga. Lenken Sie den inneren Dialog – das, was Sie zu sich selbst sagen oder von sich denken – in eine positive und befürwortende Richtung. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Seien Sie geduldig mit sich!

Lavendel aus dem Kranzbach Kräutergarten sorgt für Entspannung.

Lavendel aus dem Kranzbach Kräutergarten sorgt für Entspannung.

Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und gesunde Ernährung mit viel Obst und Blattgemüse. Vermeiden Sie weißen Zucker, da er Denkprozesse verlangsamt, und ersetzen Sie ihn durch Ahornsirup oder Agavendicksaft.

Buchtipp von wohlergehen

In ihrem neuen Buch „Die Last des Alltags abwerfen“ gibt Bestseller-Autorin Dr. Libby Weaver Tipps, wie man Ursachen von Stress und Überforderungen erkennen kann und zu neuer Leichtigkeit findet. Das Konzept der studierten Ernährungswissenschaftlerin und Biochemikerin basiert auf den drei Themen Ernährung, Biochemie und Emotionen.

Einfühlsame und umsetzbare Lösungsansätze, die helfen, sich aus alten Denkmustern zu befreien, finden sich in diesem Ratgeber.

Einfühlsame und umsetzbare Lösungsansätze, die helfen, sich aus alten Denkmustern zu befreien, finden sich in diesem Ratgeber.

Ein wiederkehrender Gedanke in dem Buch ist:

„die Dinge zu ändern, die wir ändern können, und zu akzeptieren, was wir momentan nicht ändern können – einschließlich der Weisheit, zwischen beiden zu unterscheiden.“

Zahlreiche ansprechende Fotografien und Grafiken unterstreichen den fundierten Text und die zahlreichen Anregungen. Das 278 seitige Buch ist im TRIAS Verlag erschienen und kostet € 19,99. Auch wenn Stressursachen bekannt sind, ist das Buch eine Inspiration sich sein Leben ganz genau anzuschauen, gerade in Zeiten von Corona.

 

Herzlichen Dank an den TRIAS Verlag, der mir das Buch zur Verfügung stellte.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Spazierengehen – Das kleine Glück

Im letzten Jahr wurde das Spazierengehen wieder entdeckt. Waren es früher nur die Hundebesitzer, die bei jedem Wetter ihre Runden drehten, so wurde das Spazierengehen spätestens seit der Pandemie mit ihren Einschränkungen salonfähig. Denn statt wie früher zu sich nach Hause einzuladen, ist nun die Natur der Ort, wo man sich mit seinen Freunden und //

Read More

Ein Bildband, der das Herz berührt: Tsum -Glück

In der Pandemie sind Bildbände wunderbare Möglichkeiten, zuhause auf Reisen zu gehen. Und wer stellt sich nicht die Frage, was Glück ist? Ist es nur eine Frage der Wahrnehmung? Wie und wo kann man es finden? Wieso gibt es so etwas wie den „Welttag des Glücks“? Bei der Suche nach Antworten sind Fotograf Enno Kapitza und //

Read More

Valentinstag: Wie es sich 24 Buchstaben in liebt

Gegenseitige Wertschätzung hält die Liebe lebendig. Der Valentinstag ist ein idealer Zeitpunkt, um zu Stift und Papier zu greifen und der oder dem Liebsten einen Brief zu schreiben. Egal ob Lächeln, Gespräche oder Berührungen: Zu Beginn einer Beziehung sind die Begeisterung und das Interesse für einen neuen Partner in jeder Hinsicht groß. Im Lauf der //

Read More

Buchtipp: „Man redet immer zu viel“ Henri Cartier-Bresson

Henri Cartier-Bresson (1908-2004), der Meister des entscheidenden Augenblicks, hat ein gewaltiges photographisches Werk geschaffen, das stilprägend für die Moderne im 20. Jahrhundert wurde. Der Verlag Schirmer-Mosel hat nun ein Buch mit Interviews und Gesprächen mit Henri Cartier-Bresson veröffentlicht.   Wenn man sich mit Fotografie beschäftigt, flüstert man fast ehrfürchtig seinen Namen. Bis heute werden in //

Read More